Gegründet im Jahr 1921 nach den Zerstörungen des Ersten Weltkrieges, definierte die
damalige Hannoversche Hochschulgemeinschaft (heute Universitätsgesellschaft) ihre Aufgabe wie folgt:

„Wenn deutsche Technik die ihr für den Wiederaufbau…zufallenden Aufgaben erfüllen soll,
so müssen alle ihre Kräfte in Wissenschaft und Praxis zusammenwirken, …
Hier anregend und förderndauszuhelfen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Hochschulgemeinschaft.“

Wissenschaft und Praxis

Die „wechselwirkende Gemeinschaftsarbeit“ zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern und zu pflegen sowie die Sammlung und Bewilligung von finanziellen Mitteln, war Motiv bei der Gründung und ist bis heute Mittelpunkt der Anstrengungen der Verantwortlichen der Universitätsgesellschaft.

Gründungsmitglieder

Neben Repräsentanten der Technischen Hochschule Hannover waren Gründungsmitglieder insbesondere folgende Unternehmen, vertreten durch Vorstände oder Eigentümer (laut einer Pressemitteilung der Hochschulgemeinschaft aus dem Jahr 1921):
Eugen de Haën AG, Hannover; Fried. Krupp, Essen; Dresdner Bank, Hannover; Hanomag, Hannover; Köln-Bonner Eisenbahnen, Köln; Continental AG, Hannover; Deutsche Eisenbahn-Signalwerke, Georgs-Marienhütte; Hamburgische Hochbahn, Hamburg; O. Wolff, Walsrode; Gebr. Körting AG, Hannover;Pelikan, Hannover; Glokkenstahlwerke AG, Baden-Baden.

100-jähriges Jubiläum

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Technischen Hochschule 1931 berichtete der damalige Vorsitzende der Hochschulgemeinschaft bei einem gemeinsamen Festakt, dass die Hochschulgemeinschaft in den zehn Jahren ihres Bestehens der Hochschuleinsgesamt 1,5 Mio. RM zugewendet hatte. Die Mitgliederzahl war damals auf gut 1.450 Personen und Firmen angewachsen.
In den Jahren ab 1933 war die Tätigkeit der Hochschulgemeinschaft unter den damaligen politischen Verhältnissen unerwünscht, deshalb stark eingeschränkt und kam während des Zweiten Weltkrieges fast zum Erliegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Hochschule durch Mitglieder der Hochschulgemeinschaft zunächst existenzielle Hilfen bei der Beseitigung von Kriegsschäden: initiiert vom damaligen Vorsitzenden der Hochschulgemeinschaft – Christian Kuhlemann – stifteten überwiegend Unternehmen Institute und Hörsäle, deren Namensgebung noch heute an ihr Engagement erinnert. So konnte den Überlegungen der damaligen Landesregierung, nur die Technische Universität Braunschweig wieder aufzubauen, entgegengewirkt und der Grundstein für den Wiederaufbau der Technischen Hochschule Hannover gelegt werden.
Später, seit den 1960er Jahren, verdankt die Hochschule den Unternehmern, Managern und Wissenschaftlern Kuhlemann, Fraas, Lehner, Rizkallah und Körper Stiftungen, die bis heute bei der Universitätsgesellschaft geführt werden. Aus deren Vermögen und weiteren Sondervermögen erfahren Studierende, Wissenschaftler und Einrichtungen der Leibniz Universität Hannover Förderung.

Heute

In jüngerer Zeit haben mit der Karmarsch-Denkmünze ausgezeichnete Persönlichkeiten über finanzielle Zuwendungen an die Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover Unterstützung für Stipendien, Projektmittel, wissenschaftliche Geräte und Einrichtungen sowie für bauliche Maßnahmen zuteil werden lassen.

Jubiläum

Im Jahre 2011 feierte die Universitätsgesellschaft ihren 90.Geburtstag. Dieses Jubiläum und die Festveranstaltung zur 52. Verleihung der Karmarsch-Denkmünze nahm die Universitätsgesellschaft zum Anlass, Porträts aller Träger dieser Auszeichnung seit 1925 in einer Festschrift zusammenzustellen, das einen Streifzug durch die deutsche Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte bietet.