Biomedizintechnik in Hannover – die Zukunft hat begonnen

Thema „Knochen“

Der dritte Vortrag der Vortragsreihe zum Thema „Biomedizintechnik in Hannover – die Zukunft hat begonnen“ zum Thema „Knochen“ fand am 14. Mai statt.

Das Knochengewebe bezeichnet ein besonders hartes, skelettbildendes Stützgewebe der Wirbeltiere. Das menschliche Skelett besteht aus etwa 206 Knochen. Das Längenwachstum des Knochens hält bis zum Schluss der sogenannten Epiphysenfuge (eines Wachstumsspalts in den langen Röhrenknochen) etwa im Alter von 18-21 Jahren an. Lebenslang erneuert sich der Knochen in einem gutabgewogenen Gleichgewicht zwischen Knochenresorption und Knochenneubildung. Dieser Prozess ist bei manchen Menschen durch Umwelteinflüsse und die Alterung empfindlich gestört, so dass künstlicher Knochenersatz hier, wie auch nach Operationen, sehr wichtig ist. In der Forschung werden neue Implantate entwickelt, die einen langfristigen funktionellen Ersatz der Knochenfunktion gewährleisten und auch wesentliche Erkenntnisse der regenerativen Medizin berücksichtigen.

Nach der Begrüßung vom Präsidenten der Leibniz Universität Hannover, Herrn Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, folgten -moderiert von Frau Prof. Dr.-Ing. Birgit Glasmacher- die Vorträge von Prof. Dr. Henning Windhagen (Resorbierbare Metallimplantate: from bed to bedside), Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier (Metallurgie von Magnesiumimplantaten) und Prof. Dr. Utz Claassen (Entrepreneurship in der Biotechnologie).

Prof. Dr. Henning Windhagen ist seit 1996 Direktor der Orthopädischen Klinik der Medizinischen Hochschule im Annastift. Seine klinische Arbeit erstreckt sich auf die Rekonstruktive Chirurgie der großen Gelenke mit Leitung des Endoprothesenzentrums ENDOCmax. Sein wissenschaftliches Interesse gilt vor allem der Implantattechnologie. Forschungen konzentrieren sich hier auf kinematische Zusammenhänge von Gelenkprothesen und deren patientenindividuelle Rekonstruktion. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Materialentwicklungen für temporäre Implantate und Dauerimplantate.

Prof. Dr.-Ing. Hans Jürgen Maier leitet seit Oktober 2010 das Institut für Werkstoffkunde an der Leibniz Universität Hannover. Schwerpunkt seiner Forschungsarbeiten ist die Untersuchung der Mikrostruktur-Eigenschaftskorrelation und die Entwicklung validierter Modelle, die eine Vorhersage des Verhaltens von hochbeanspruchten Werkstoffen unter praxisrelevanten Bedingungen ermöglichen. In den überwiegend experimentell ausgerichteten Arbeiten wird hierzu das Werkstoffverhalten unter überlagerten mechanischen, korrosiven und thermischen Beanspruchungsbedingungen untersucht.

Professor Dr. Utz Claassen ist Topmanager, Unternehmensberater, Unternehmer, Wissenschaftler, Publizist und Buchautor. Als einziger Manager und Unternehmer war er in allen drei Größenkategorien des „Innovationspreises der deutschen Wirtschaft – Erster Innovationspreis der Welt®“ erfolgreich. Der US- Ökonom Jeremy Rifkin beschrieb Claassen als einen der führenden Manager der deutschen Wirtschaft, der Ehrenpräsident der Nestlé AG, Helmut Maucher, bezeichnete ihn gar als einen „der erfolgreichsten und mutigsten Manager unserer Zeit.“ Utz Claassen ist Gründer, Mehrheitsaktionär und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Syntellix AG, Hannover, sowie Honorarprofessor an der Leibniz Universität Hannover und zugleich Botschafter der Leibniz Universität.

 

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