Ringvorlesung „Biomedizintechnik in Hannover – Paradigmenwechsel“

Im November 2016 startet erneut die Ringvorlesung „Biomedizintechnik in Hannover“.

Durch die intensive fachübergreifende Zusammenarbeit der Wissenschaftler/innen aller hannoverschen Hochschulen hat sich Hannover zu einem international anerkannten Standort der Biomedizintechnik entwickelt. Insbesondere beim klinischen Einsatz ist die Forschung im Bereich der Biomedizin in Hannover international führend.

Im Rahmen der von der Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover e.V. veranstalteten Vorlesungsreihe „Biomedizintechnik in Hannover“ soll dieser interdisziplinäre Forschungsbereich nach 2014 und 2015 zum dritten Mal aufgegriffen und die aktuellen Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Veranstaltungsort ist der Kali-Chemie-Hörsaal im Institut für Technische Chemie in der Callinstraße 3, Beginn jeweils 18.00 Uhr.

Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr.-Ing. Birgit Glasmacher. Prof. Glasmacher leitet seit 2006 das Institut für Mehrphasenprozesse der Leibniz Universität Hannover und ist Sprecherin des Vorstands des Zentrums für Biomedizintechnik der Leibniz Universität. Sie leitet auch die im Anschluss an die Vorträge vorgesehenen Diskussionen.

Diese Vortragsreihe ist eine Veranstaltung der Leibniz Universitätsgesellschaft Hannover e.V. in Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die Vorträge sind öffentlich und richten sich an alle interessierten Personen. Die Teilnahme ist kostenfrei.


ARCHIV

Ringvorlesung 2015

Ringvorlesung 2014

PROGRAMM 2016

Flyer zur Vorlesungsreihe


TERMIN: 02.11.2016
Thema: „Paradigmenwechsel im OP: Immer noch individuelle Handarbeit oder doch besser robotische Präzision?“
Referenten: Prof. Dr. med. Christian Krettek, Prof. Dr.-Ing. Tobias Ortmaier

TERMIN: 09.11.2016
Thema: „Bildgebung & Visualisierung“
Referenten: Prof. Dr. Alexander Heisterkamp, Prof. Dr. med. Frank Wacker

Zusammenfassung: Im ersten Vortrag gibt Herr Wacker einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der diagnostischen Radiologie. Basierend auf der Entdeckung der Röntgenstrahlen vor genau 121 Jahren hat sich die morphologische Diagnostik klinisch etabliert. Über die Darstellung der Gestalt hinaus hat die funktionelle Bildgebung einzelner Organe und Organfunktionen eine wichtige Bedeutung erlangt. Moderne MRT Techniken sind dafür exzellent geeignet. Die kann mit der  funktionellen Bildgebung der Lunge und Prostata  exemplarisch dargestellt werden. Während die zeitliche Auflösung der Verfahren inzwischen hoch genug ist, um Funktionen darzustellen, ist die Ortsauflösung limitiert. Hier setzt die Laser-basierte Bildgebung ein, über die Herr Heisterkamp berichten wird. Mittels Laserstrahlung lassen sich kleinste Gewebebestandteile und insbesondere einzelnen Zellen hochauflösend und kontrastreich darstellen. Die niedrigen Energien der Laserstrahlung ermöglichen eine schädigungsfreie Aufnahme von lebenden Zellen oder auch Bakterien und können so entscheidende Impulse zur Aufklärung und Diagnose von Krankheiten liefern. Im klinischen Alltag sind diese Verfahren jedoch durch die extrem geringe Eindringtiefe des Lichts in biologischem Gewebe beschränkt, so dass hier oft die klinischen Bildgebungsverfahren wie CT, MRT oder Ultraschall im Vordergrund stehen. In dem ersten Vortrag des Abends gibt Herr Heisterkamp einen Überblick über optische Verfahren, deren Limitierungen und Gemeinsamkeiten mit den klinischen Verfahren.

TERMIN: 16.11.2016
Thema: „Biomedizinische Testung: Tierversuche vs. tierfreie Methoden“
Referenten: Prof. Dr. Nils Hoppe, Dr. Christoph Klimmt

TERMIN: 23.11.2016
Thema: „Implantate: Biologisch versus synthetisch“
Referenten: Prof. Dr. Axel Haverich, Prof. Dr. Peter Vogt

Zusammenfassung/Vortrag Prof. Dr. Axel Haverich: Medizinische Implantate sind aus dem Leben einer Vielzahl von Menschen heute nicht mehr wegzudenken. Denn, durch Heilung von einer Grunderkrankung, Steigerung der Mobilität und Vitalität oder auch „nur“ durch Vereinfachung des täglichen Lebens führen sie zu einer Zunahme an Lebensqualität und persönlicher Freiheit. Neben all diesen positiven Aspekten, sind v.a. aber Implantate, die aus synthetischen und somit körperfremden Materialien hergestellt werden auch mit Nachteilen und Risiken behaftet. Dies sind v.a die mangelnde Fähigkeit der vollständigen Integration in den Körper, die fehlende Regenerationsfähigkeit und das Risiko der Infektion. Mit Hilfe moderner wissenschaftlicher Methoden wird daher versucht diesen Limitationen gezielt zu begegnen. Ein wesentlicher Aspekt dieser Bemühung besteht dabei darin, Implantate zu biologisieren, also partiell oder auch ganz auf Grundlage biologischer Materialien herzustellen und so sowohl die Integrations-, als auch Regenerationsfähigkeit medizinischer Implantate nachhaltig zu fördern.